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ARNO WOLLE

Ein turbulentes Schicksal und eine tragische Kindheit liegen der Geschichte des dänischen Naturheilkundlers Arno Wolle zugrunde. Er widmete sein Leben der Hilfe von Menschen und Tieren.

Arno Wolle war außerdem ein brillanter Mathematiker und Tüftler. Seiner Zielstrebigkeit und Wissbegierde verdanken wir ein außergewöhnliches System an Kräutermischungen – das Wolles Nature System®.

 

WIE ALLES BEGANN

Arno Wolle wurde am 24.02.1903 als drittes Kind einer gut bürgerlichen Familie in Kopenhagen geboren. Schon früh in seinem Leben wurde ihm die Wichtigkeit von Selbstdisziplin und Arbeit gelehrt. Beispielhaft ist hier zu nennen, dass er vier Sprachen beherrschte – Dänisch, Deutsch, Französisch und Englisch. Abgesehen davon galt Arno Wolle als „Wunderkind“, insbesondere mit einer besonders ausgeprägten mathematischen Begabung.

Als er gerade erst 4 Jahre alt war, verstarb sein Vater, vermutlich an Krebs. Jahre später erkrankte Wolles älterer Bruder an Diphterie.

Die Mutter von Arno Wolle zeigte ihm, wie man mit gewöhnlichen Hausmitteln gewisse Krankheiten heilen und bei vielen Krankheitssymptomen Linderung erzielen konnte. Beispielsweise behandelte sie die Kopfläuse seiner Schwester mit Paraffin und Sabadillessig. So wurde Wolle schon früh an Hausmittelmedizin herangeführt, so wurde sein Interesse an Medizin geweckt.

Doch als Arno Wolle zwölf Jahre alt war, verstarb auch seine Mutter, was ihn und seine Geschwister zu Waisen machte. Fragen zum Tod seiner Eltern blieben ihm. Die Ärzte sagten ihm nur, dass bei beiden Eltern Krebs die Todesursache war. Aber sie konnten ihm nicht die Fragen beantworten, darüber was Krebs war oder woher er kam oder wie dieser geheilt werden konnte. Von da an, beschäftigte sich der junge Arno Wolle intensiv mit traditionellen Kräutermedizin. Er studierte Bücher über alte Heilmethoden, mischte Kräuter, tüftelte an Rezepturen und experimentierte.


In seinem Nachlass wurden mehr als 3.000 Bücher, Schriften und Doktorarbeiten über alte Kräutermedizin und natürliche Heilmethoden gefunden.

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EIN PRÄGENDES ERLEBNIS

Eine wesentliche Prägung stellte für Arno Wolle die Begegnung mit einem chinesischen Tempelpriester dar. Wolles Onkel lud ihn nach Dresden zu einem Kurs für Jin-shin-Jiutsu, einer „Harmonisierungskunst“ zur Harmonisierung der Lebensenergie im Körper, ein. Dieser wurde von chinesischen und japanischen Nahkampfspezialisten abgehalten. Einer davon, ein chinesischer Tempelpriester machte den verheirateten Damen schöne Augen. Für diese Unsitte hätte sich der Priester nach der Rückkehr in seine Heimat das Leben nehmen müssen. So sahen es die Richtlinien seines Tempels vor. Arno Wolle hat ihm geholfen, und sich für seinem Verbleib in Deutschland eingesetzt, wodurch der Priester seinem Schicksal entkommen konnte. Als Dank dafür, schenkte er Arno Wolle die Jahrtausende alte chinesische Formel der Lebenspille. Das Rezept der Lebenspille erhielt mehr als 55 unterschiedliche Kräuterauszüge in genauestens abgestimmter Zusammensetzung.

Diese Begegnung hat Arno Wolle so nachhaltig geprägt, dass er ab diesem Zeitpunkt jede freie Minute mit seinen alten Kräuterbüchern arbeitete. Seine Anstellung beim Militär erlaubte es ihm, um die Welt zu reisen, wo Wolle Medizinmänner traf, die ihr Wissen mit ihm teilten. Tüftler wie er war, studierte Wolle Pharmakopien und alte Kräuterbücher, er experimentierte intensiv mit Kräutermedizin und hatte letztendlich seine „Livspille“ entwickelt.

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EIN LEBEN FÜR DIE KRÄUTER

Nachdem sich Wolle so lange mit Kräutermedizin beschäftigt hatte, begann er sein Wissen an kranken Tieren zu testen. Als erste Patienten gelten ein Rudel Füchse auf einer Farm in Skåne, die an einer Welpenkrankheit litten, für welche die Tierärzte zu der damaligen Zeit noch kein Gegenmittel kannten. Arno Wolle gab ihnen einige Inhaltsstoffe des oben beschriebenen Lebenselixiers, woraufhin die Füchse gesund wurden.

Wolle entwickelte weitere Kräuterzusammensetzungen für Tiere wie auch für Menschen für verschiedene Krankheitsbilder. Seine Rezepturen benannte er nach einem Nummernsystem. Arno Wolles Haus in Amager wurde bald von Hilfesuchenden belagert, die durch Mundpropaganda von seiner Fähigkeit, gewisse Krankheiten zu kurieren, erfahren hatten. Während die Patienten fast jedes Zimmer des Hauses als Wartezimmer in Beschlag nahmen, wurden Wolle’s Frau und Tochter auf ein Zimmer beschränkt.

Im Jahr 1964 kaufte Arno Wolle deshalb ein Grundstück in Kattinge bei Roskilde mit einer Größe von 27 Hektar. Dort baute er sich sein Farmhaus, das er „Hjemmets Mind“ nannte, was man mit „Erinnerung des Heimes“ übersetzen kann. In diesem lebte er mit seiner Frau und Tochter. In den anderen Gebäuden auf dem Grundstück brachte er das Lager und seine Praxis unter. In den Lagerhäusern waren tausende verschiedenste Sorten an Kräutern gelagert. 

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EIN SYSTEM MIT ERFOLG

Arno Wolle und seine wertvollen Kräutermischungen waren bald über die Grenzen Dänemarks hinaus im gesamten skandinavischen Raum bekannt. Zahlreiche Zeitungsartikel aus dieser Zeit belegen das. Der enorme Andrang und große Zuspruch ließen sogar einmal das Telefonnetz von Kattinge kurzfristig zusammenbrechen. Heilungssuchende kamen mit Bussen angereist, über viele hundert Kilometer und Arno Wolle hat sie nach eigener Aussage alle behandelt. Wolle nahm lange Zeit kein Geld für seine Behandlungen und Kräutermischungen. Irgendwann kamen immer mehr Menschen zu ihm. Von da an hat er für seine Mischungen Geld verlangt um die Kosten zu decken. Anamnese und Diagnose hat er allerdings nie verrechnet.


Zitat von Arno Wolle persönlich: „Ich verspreche nichts, aber ich habe viele Beweise dafür, dass meine Methoden oft helfen, wo die Ärztewissenschaft nicht mehr helfen kann. […] warum sollte ich lügen? Je mehr Patienten ich bekomme, desto höher sind meine Kosten, aber ich möchte so vielen wie möglich helfen.“


Wichtig zu erwähnen ist noch, dass Arno Wolle damals in Vollzeit beim dänischen Finanzministerium angestellt war, wo er bis kurz vor seiner Pensionierung arbeitete. Vor und nach seinem Dienst galt seine ganze Aufmerksamkeit dann den Menschen die bei ihm Rat suchten. Er arbeitete beinahe ununterbrochen. Für seine Familie war wohl nicht allzu viel Zeit. Und leider auch nicht dafür, jemanden in sein einzigartiges System der Kräuterzusammensetzungen einzuführen. Somit bleibt uns bis heute verborgen, wie dieser geniale Mathematiker die Zusammenstellung seiner Kräutermischungen genau berechnet hat. Denn nach Wolles eigener Aussage hat er jede Pflanze, jeden einzelnen Bestandteil und jede seiner Rezepturen berechnet und dadurch ein ausgeklügeltes System geschaffen.



Vermutlich ist das auch der Grund, weshalb Arno Wolle Zeit seines Lebens von der klassischen Schulmedizin kritisch beäugt wurde. Er konnte seine Herangehensweise wissenschaftlich nicht erklären. Sein Wunsch mit Ärzten zusammen zu arbeiten und die Wirksamkeit seiner Mischungen in Studien zu belegen wurde ihm damals verwehrt.

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WOLLES WUNDERVOLLES VERMÄCHTNIS

Im Jahr 1967 legte Wolle seine Tätigkeit für das Finanzministerium zurück, um sich gänzlich seinen Kräutern widmen zu können.  Einige Jahre später wurde der Hof in Kattinge ausgebaut, um den heranströmenden Patienten mehr Platz zu bieten. Bald gab es nach Kattinge fixe Busrouten von Jydland, Schweden und Norwegen.



1980 wanderten Arno Wolle und seine  Tochter Elisabeth nach Irland aus. Von dort wurde die Firma von Wolles Tochter weitergeführt.  Später wurde die Firma verkauft und ging 2011 letztendlich in Konkurs.

Arno Wolle verstarb am 02. Juli 1988 im Alter von 85 Jahren in New Town Mount Kennedy in Irland.

Er arbeitete bis zu seinem Tod weiter an seiner Kräutermedizin. 40 Jahre lang hat er Menschen behandelt. Damals hatte er bereits eine eigene Medizinalfirma gegründet und seine Präparate in Verbrauchermischungen fertig abgepackt über seine eigene Vertriebsfirma, Reformhäuser und Drogerien verkauft. 

Nach Wolles Tod geriet das Wissen um seine Mischungen fast in Vergessenheit. Anne Ralenkötter ist es zu verdanken, dass es die Wolle-Mischungen heute noch gibt. Als Heilpraktikerin in Dänemark hat sie die Wolle Kräuter schätzen gelernt und wusste um den Wert der Kräutermischungen. Sie kaufte kurzerhand die Rezepte und Rechte der Firma aus der Konkursmasse heraus. Heute gibt es die Wolle Kräutermischungen nach Originalrezeptur wieder.

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